Tag 8: Kivusee – Kibuye 

Heute gönnten wir uns nach zahlreichen Aktionen hier in Ruanda einen sehr entspannten Tag, fühlte sich wie Urlaub an. Nach einem deftigen Frühstück mit wunderschönem Blick auf den Kivusee ging es mit zwei kleinen landestypischen Booten auf eine kleine Insel namens Friedensinsel, auch „Honeymoon Island“ genannt. Auf unserem Weg über den Tiefen des Sees (bis 485 m) zur Insel wurden wir von einer malerische Landschaft, beeindruckenden Ausblicken und sensationellem Wetter begleitet. Die Hügel, die am Ufer mit mehreren Farben in die Weite des Sees übergehen und schemenhaft am Horizont mit den Nebelwolken verschmelzten, ließen uns annehmen, wir wären Teil einer Filmkulisse. Erstaunt darüber, dass der Kivusee so groß ist und es den Anschein hatte, wir wären auf einem Meer (die Dem. Rep. Kongo konnten wir wegen den Lichtverhältnissen erst nicht erkennen), fuhren wir an mehreren kleineren Inseln vorbei, bevor wir mit unserem „Loveboaten“ an unserer kleinen Insel ankamen. Ein kleiner Inselrundgang, ein liebevoll zubereitetes Picknick von unserem Freund Domi und viele Kletterpartien auf über den See ragende Bäume machten dies zu einem wunderschön entspannten Inselvergnügen. Die einzige Arbeit bestand darin, die beste Pose für die vielen Bildershootings einzunehmen. Auf dieser Insel blieben wir eineinhalb Stunden. Danach schipperten wir mit den Booten wieder zurück aufs Festland. Anschließend fuhren wir wieder zu unserer Unterkunft, um dort unser Mittagessen einzunehmen. Am Nachmittag wanderten wir an der hügeligen Straße entlang des Sees  zu einer eindrucksvollen Methangasförderanlage. Unterwegs fielen uns, wie schon öfters, waghalsig konstruierte Baugerüste aus Brettern und dünnen, bizarr wirkenden Baumstämmen auf. Die Arbeiter vollbringen dabei wagemutig akrobatische Kletterkunststücke, wenn sie im 5. oder 6. Stockwerk ihrer Arbeit nachgehen. Ebenfalls ist uns aufgefallen, dass an allen Baustellen, auch bei Straßen- oder schweren Erdarbeiten immer auch zahlreich Frauen mitarbeiten. Beim Abstieg zum Seeufer öffnete sich unseren Blicken ein imposantes Areal, wo von Hand verschiedene, edele Hohlblocksteine in Form gebracht wurden. Das Wasser dazu holte ein junger kräftiger Bursche mit den typischen gelben Plastikkanistern aus dem nahegelegenen Bach. Um die Manufaktur waren mehrere hundert  Steine akurat in verschiedenen Größen und Formen aufgeschichtet. Hätte man die Produktion nicht gesehen, hätte man annehmen müssen, die Steine seien maschinell gefertigt worden. Wie selbstverständlich stellten die Männer auf unseren Gruß die Arbeit kurz ein und winkten uns freundlich zu. Klar – als Europäer sind wir überall sofort interessant. Auf dem Rückweg holte uns unser Bus ab und wir legten einen 30 minütigen Aufenthalt auf dem Markt in Kibuye ein, dieser ist nicht so groß wie in Kigali, allerdings auf mehrere Etagen verteilt. Auch da bekam man allerhand typisch afrikanische Waren feil geboten. Schon beim Betreten des Marktareals fiel uns im ersten Treppenhaus ein ungewöhnlich konstruierter, hier abgestellter Rollstuhl auf. Der Rahmen war aus dünnem Rohr selbst zusammengeschweißt, die beiden Laufräder stammten von einem kleinen Mountainbike und die Sitzfläche aus einem geschickt eingefügten Plastikgartenstuhl, wie man sie bei uns auch für wenige Euro im Baumarkt kaufen kann. Aus Erfurcht machten wir davon natürlich kein Foto – besonders berührt hat uns dann kurz vor der Abfahrt mitanzusehen, wie ein kleiner Junge versucht hat, seinen sehr alten Großvater genau mit diesem Rollstuhl, über die holprige Straße voranzuschieben. Wieder in der Unterkunft angekommen,  bekamen wir den Rest des Abends zur  freien Verfügung und empfanden obdes so interessant und straff geschnürten Programms ein  regelrechtes Vakuum, da ausnahmsweise keine weiteren Aktivitäten geplant waren, sondern wir – jeder so wie es ihm gefiel- einfach die Möglichkeit bekamen, diesen Leerlauf zu genießen.  



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