Tag 9: Fahrt über Muramba (Partnerschaftsprojekt des Ruandaverein Zweibrücken) nach Musanze 

Heute begann unser Morgen etwas früher als gestern, da wir schon sehr früh mit dem Bus zu unserer neuen Unterkunft in Musanze aufbrachen. Während der insgesamt sechsstündigen Fahrt genossen wir wunderschöne Aus- und Weitblicke auf die abwechslungsreiche Landschaft, einen 100m abfallenden Wasserfall, die spielenden Kinder am Straßenrand, immer wieder Frauen und Männer, die all ihre Lasten auf ihren Köpfen balancierten. Angefangen beim Regenschirm bis hin zu langen Baumstämmen, ihren Einkäufen und großen Tongefäßen. Und überquerten den Nyabarongo – den größten Fluss Ruandas – der letztlich in den Nil mündet. Nach einem kleinen Picknick nach Art von Domi passierten wir eine Engstelle, die erst vor kurzem durch eine Erosion entstanden war. Fast dreiviertel der Straße war von Geröll und Felsen bedeckt und ein Polizist regelte den Verkehr. Dominique erzählte uns von unserem Glück, denn manchmal werden durch die Erosionen die Straßen unterspült und weggerissen, so dass man sich eine andere Route zu seinem Ziel – was sich in Ruanda nicht so einfach umsetzen lässt – suchen muss. Der eigentlich Programmpunkt des Tages war der Besuch der Behindertenschule in Muramba, welche durch den Zweibrücker Ruandaverein finanziell unterstützt und ausgebaut wird. Ein herzliches Empfangskomitee von Lehrern und Schülern empfing uns mit Gesang, Trommelspiel und Tanz. Die Freude über unser Kommen war schon allein durch die lachenden Gesichter der Kinder und Schwestern spürbar. Ein kleines ruandischen Festmahl bestehend aus Kichererbsen, frittierten Kartoffelscheiben, Reis, Bohnen, Karotten, Hünchenfleisch und süßen Früchten wurde uns zubereitet, wie bei den letzten Malen auch allerdings mehr als ausreichend, unmöglich alles zu bewältigen. Wir genossen das gemeinsame Essen mit den Lehrern, ohne allerdings den gewöhnlichen Tisch benutzen zu können – unsere Teller hatten wir auf den Knien abgestellt. Nach einer liebevollen und kurzweiligen Rede nach „hoffmännischer Art“ sowie einer kurzen Vorstellungsrunde von allen erfuhren wir von einer Schwester alles über den bisherigen Werdegang der Schule, in der fast 70 Schüler mit Handy-Cap unterrichtet werden und darüberhinaus ein Zuhause genießen. Die Schwestern -und weitere Personen- sind auch die Lehrerinnen der Kinder. Verschiedene handwerkliche Tätigkeiten, Tanz und Musik und auch Sport werden den Kindern vermittelt. Wir könnten uns davon bei einem Rundgang durch die Schule einen Eindruck verschaffen. Zuvor hatten wir uns noch alle ins Gästebuch der Schule eingetragen. Von den Schülern bekamen wir selbstgefertigte blaue und weiße Schals umgehängt und wir konnten ihre selbst hergestellten Produkte wie beispielsweise Hosen, Pollunder, Kleider, Ponchos etc. auch kaufen. Nähen und die Arbeit mit einer automatischen Webmaschine sind von besonderer Bedeutung .Zur Freude aller wurde gemeinsam gesungen und getanzt, bevor wir uns noch von dem Baufortschritt und der Qualitätan des neu entstehenden Gebäudes, welches Schlafräume und Toiletten für die Schüler beinhalten wird – gerade neue Toiletten sind auch dringends nötig – und mit Spendengeldern vom Ruandakomitee in Zweibrücken finanziert wird, überzeugen durften. Gut investiertes Geld, wie wir alle fanden. Auch unser kleines Geschenk, bestehend aus einem Fußball und einem Trikotsatz von den Handballern des SV 64 Zweibrücken kam super an, da bei den Schülern morgen ein Spiel Sitzball stattfindet. Verabschiedet wurden wir erneut herzlichst mit Gesang und unsere umgehängten Schals durften wir auch als Geschenk behalten. Nun ging unsere Fahrt durch die atemberaubende Landschaft auf dem Weg in den Norden weiter, bis uns die überwältigenden und mächtigen Vulkane des Virunga Nationalparks rund um unser Ziel Musanze begrüßten. Angekommen ließen wir nach einem gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen, um uns auszuruhen und auf das morgige Trekking im Virungagebierge vorzubereiten, schließlich geht es ja auch schon um 6 Uhr in der Früh los.


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