Tag 10: Der Virunga-Nationalpark

Schon direkt heute Morgen, als wir früh los mussten, verschlief das halbe Mädchenzimmer🙆🏻 den Start in den Tag. Allerdings schafften es dann doch alle noch pünktlich zum Frühstück🍞🍳. Nachdem wir unser Lunchpaket gerichtet hatten, fuhren wir mit Jeeps über Stock und Stein zu dem zu erklimmenden Vulkan⛰. Am Eingang wurden wir und die anderen Besucher des Parks sehr herzlich mit Gesängen🎤 und Tänzen💃🏻, sowie Kaffee☕️ empfangen. Nachdem die Gruppen den unterschiedlichen Wegen zugeteilt worden waren, bekam jede Gruppe ihren Guide zugeordnet. Mit dem Jeep ging es dann weiter zum Startpunkt der Wanderung. Auf dem Weg dorthin fuhren wir über eine sehr holprige „Straße“ -> afrikanische Massage😂. Die erste Stunde des Weges bestritten die Gruppen gemeinsam👫👫👫. Ab 2.976 Höhenmetern wurde die Gruppe in den Bisoke- und den Diane Fossey-Weg getrennt.

Diane Fossey-Weg

Zuerst einmal sollte man erwähnen, dass uns dieser Weg wortwörtlich aus den Schuhen haute👟🔜👞. Als wir unsere Wanderhöhe erreicht hatten, folgte der erste Schuhverlust im Schlamm…..es folgten 5 weitere🔎. Das Gelände muss man sich vorstellen als eine Mischung aus Regenwald und mit Moosen und Flechten bewachsenen Grünflächen, die-so erzählte uns unser sehr kompetenter und freundliche Guide Francis- zu Zeiten Dianes offene Lichtungen waren. Mittlerweile wachsen hier vereinzelt stehende haushohe Bäume, die mit armlangen Farnen und hängenden Flechten bewachsen sind und durch die wie Vorhänge wirkenden Lianen regelrechte hallenartige Räume bilden. Unser zweiter Begleiter, John, hatte alle Hände voll zu tun, die im Schlamm steckenden Schuhe wieder zu befreien und uns durch die eine oder andere felsige oder rutschige Passage zu helfen. Er war immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Vor und hinter uns folgten in einigem Abstand junge, freundliche Soldaten – auf dem Vulkan befindet sich das Dreiländereck Uganda, Kongo, Rwanda. Nach etwa 1,5 Stunden erschwerter Wanderung kamen wir am Eingangsbereich der Anlage von Diane an. Eine große Tafel zeigt eine Auflistung aller Gebäude und Einrichtungen (insgesamt 17 mit drei Außnahmen, z.Bsp. ein Volleyball Feld, die später gebaut wurden), die sich auf dem ganzen Areal befanden, als sie dort lebte. Man konnte allerdings nur noch die Grundrisse der Gebäude, markiert durch die entsprechend der Größe und Form angeordneten etwa 60cm hohen Grundsteine erkennen, auf die die Grundbalken ausgelegt waren. So war sichergestellt, dass das Regenwasser unter dem Hüttenboden passieren konnte. Unter anderem sahen wir Ruinen🏚von Diane’s Haus, Küche, Gästehaus und Forschungshaus. Besonders beeindruckend war, die Gräber ihrer Gorillas🐒zu sehen und direkt nebendrann ihr eigenes. Francis erzählte uns, dass Diane 1985 ermordet worden war, die genauen Umstände ihres Todes aber bis heute nicht geklärt seien. Während des Genozid 1994 seien dann alle Hütten zerstört und abgetragen geworden. Bewegend war auch zu erfahren, an welchen Orten welche Szenen im Film über Diane spielte. Sie  war eine sehr einsam lebende Frau, bekam aber oft Besuch von Studenten, die mit ihr forschten und dabei aber in anderen Gebäuden untergebracht waren. Nach einer kurzen Essenspause🍴 machten wir uns auf den Rückweg🔙, da zudem die Guides meinten, es sehe nach Regen aus.Plötzlich raschelte etwas im Gebüsch.Dort meinten wir dann alle einen Gorilla gesehen🐒🔎 zu haben, also schlichen wir uns an ihn ran🔇. Als wir uns ihn näher betrachteten,bemerkten wir, dass es sich nicht um einen Gorilla handelte, sondern um einen uns begleitenden Soldaten, der gerade sein Geschäft erledigte💩. Auf dem Rückweg gab es auch noch einige Stürze in den Schlamm. Hier folgen Zitate unserer Wanderung: Herr Hoffmann: „Nächstes Mal besuchen wir in Österreich die Aboriginees“ (vorausgegangen war der Disput, Aboriginees gäbe es nur in Australien!) Julia:„ Stop. I was folling in the Batsch!“ ; Sophia N.:„ Oh no!I lost my Stock“ …vielleicht war das die Höhenluft ( you know, Sauerstoffmangel…) doch dann: Rechts und links von uns niedergewalztes Unterholz….plötzlich „Gorilla – Bubu“ mitten auf unserem Weg und dann… ein seltsamer Fußabdruck…die Gorillas hatten unseren Trail gekreuzt! Wir bekamen sie zwar nicht zu Gesicht, entdeckten aber noch kurz vorm Erreichen der Kartoffeläcker eine Familie kleiner Affen.

Der Weg zum Gipfel des Mount Bisoke

Der Aufstieg zum Gipfel des Vulkans wa äußerst anstrengend, verlief aber ohne große Zwischenfälle. Wir mussten nicht nur die körperliche Anstrengung aufbringen, auf 3711 m hochzusteigen, hinzu kam noch die Erschwernis, sich den größsten Teil davon durch Matsch kämpfen zu müssen und dann zudem die Höhenluft, die das Atmen merklich beeinträchtigte.  Auf unserem Weg konnten wir immer wieder aus dem Nebelwald heraus einen wunderschönen Blick auf die hinter uns liegende Ebene werfen. Anfänglich war der Weg ziemlich steil, eng und matschig, als wir jedoch den Wald hinter uns ließen, konnten wir auf einer breiten, aber sehr hügeligen Grasfläche die letzten 150 Höhenmeter mit freier Sicht bewältigen. Ab diesem Zeitpunkt war die Aussicht mit nichts zuvor Gesehenem mehr zu vergleichen. Links lag ein weiterer Berg, komplett im Wald, rechts hatte man einen schönen Ausblick auf die kilometerweiten Anbauflächen, die erst hinter dem Horizont zu enden schienen. Allein dieser atemberaubende Blick entlohnte uns für die bisherigen Strapazen komplett. Angetrieben von dem Willen endlich den Gipfel zu erreichen, mobilisierten viele von uns ihre letzten Kräfte, und dann war es endlich soweit: Der Anstieg endete und gab uns den Blick auf den saphirblauen Kratersee, umringt von tiefgrünen Bäumen, frei. Jeder hielt kurz inne, fasziniert und beeindruckt zugleich, bevor wir uns einen Platz suchten, von wo aus man die Aussicht in vollen Zügen genießen konnten. Links von uns schwebte  ein Wolkenfetzen über den Berg und ließ sich kurz im Krater nieder bevor er weiterzog. Nachdem wir uns alle sattgesehen und die gesamte Umgebung abgelichtet hatten, begann die eigentliche Herausforderung – der Abstieg. Solange noch genügend Grasbüschel vorhanden waren, sind viele den Berg Stück für Stück „heruntergehüpft“. Als wir jedoch wieder den Wald betraten, begann für viele eine Schlitterpartie, die in einigen Fällen auf dem Hosenboden endete. Der Wald wirkte schier endlos, bis wir eine riesige, beinahe unüberwindbare Schlammlache sahen und wir uns erinnerten:“Hey,gleich sind wir an der Gabelung, an der wir uns von der Dian Fossey-Gruppe getrennt hatten.“ Wir rasteten an besagter Gabelung und warfen einen letzten Blick auf die im Vergleich zum Gipfel schon beinahe ernüchternde Aussicht. Bald sollten wir es geschafft haben, doch das Beste kam erst noch. Wir hatten durch pures Glück in einer Kurve die Möglichkeit, einen Blick auf zwei Gorillas, einer davon ein Silberrücken, zu werfen. In die Faszination mischte sich bei mir Demut, ein solch majestätisches Geschöpf Gottes mit eigenen Augen in der freien Wildbahn anschauen zu können. Später erklärte uns der Guide, dass die Warscheinlichkeit, außerhalb des Gorillatrackings, einen Gorilla zu sehen bei „0,0%“  läge. Tief beeindruckt von all diesen wundervollen Eindrücken gingen wir unsere letzten Höhenmeter an denselben Feldern zurück, die wir schon am Anfang passiert hatten. Auf der Heimfahrt hielten wir noch spontan am Camp von „Team Rwanda“, der ruandischen Nationalmannschaft im Radfahren und erhielten eine kurze Führung.

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